Familie Zoro
Meterweise Seide formt Agata Zoro zu Brautkleidern. Sie näht opulent bestickte Bordüren an Schleppen. Appliziert Stoffrosen und glitzernde Steinchen. Weiss war der Alltag der gebürtigen Sizilianerin, als sie 1988 für ein kleines Brautmodeatelier in Meilen ZH arbeitete. Weiss war auch der Stoff, aus dem ihre Träume waren: Eine eigene Brautmodeboutique!
Die Gelegenheit, diesen Traum zu verwirklichen, bot sich, als das Nähatelier Konkurs machte. Agata Zoro zögerte keinen Augenblick, das Geschäft zu übernehmen. Die älteste Tochter Milena, damals 21 und Modestudentin an der Kunstgewerbeschule in Zürich, gab ihr Studium auf und übernahm den Einkauf, Ehemann Pietro die Finanzen. Das Gespür der Familie für modische Trends erwies sich als goldrichtig. Milena entwarf sogar eine eigene Brautmodekollektion. Das Geschäft blüht. Bald waren grössere Räumlichkeiten gefragt, die man 1992 am Pelikanplatz in der Zürcher City auch fand.
Inzwischen ist Zoro in der Schweiz längst eine Institution für elegante Brautmode. Auf Einkaufstour gehen heute die Töchter Milena und Katja. Seniorchefin Agata, mittlerweile 68, steht immer noch jeden Tag im Nähatelier. Hat sie denn keine Lust, sich zur Ruhe zu setzen? „Ma no, Brautmode ist meine Leidenschaft!“


